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Die Alten Herren des SV 1919 Gonsenheim

Wir spielen seit 1919 Fussball mit Herz, Einsatz und Hingabe

„Für die Alte Herrenmannschaft werden Schuhe gewünscht. Es soll Umfrage gehalten werden, ob Material noch vorhanden ist, weil größte Sparsamkeit am Platz ist“. 

Dieser Auszug aus der Niederschrift der Vorstandssitzung des Sportvereins 1919 Gonsenheim vom Montag, dem 18. Juni 1934, abends 20:30 Uhr im Gasthaus Adler gibt Zeugnis darüber, dass die Begrifflichkeit „Alte Herren“ offenbar schon in der Jugendzeit unseres nunmehr 100-jährigen Vereins Bestand hatte. Weitere Details sind leider nicht mehr überliefert, so dass eine Nachverfolgung der Entwicklung dieser Abteilung in den frühen Vereinsjahren nicht möglich ist.

Die ersten Jahre der „Alten Herren“

AH-Mannschaft 1962 anlässlich Platzeinweihung von 1896 Mainz

von links:
Imhof, Rothgerber, Finck, Wolf, Hofem, E. Schäfer, Altenkirch, L. Schäfer, J. Becker, Kaus, Mayer, R. Becker

Eine „echte“ Gründung einer AH-Mannschaft wird in den Vereins-Annalen dann 1957 / 1958 nachvollziehbar

dokummentiert. Einige ehemalige aktive Spieler wollten nicht akzeptieren, dass ihre Fußballzeit im Verein zu Ende gegangen war und weiterhin ihrem beliebten Fußballsport nachgehen. Aus der Festschrift zum 50. Vereinsjubiläum geht hervor, dass es im Sommer 1957 zur Gründung der AH-Mannschaft kam und noch im gleichen Jahr der Spielbetrieb aufgenommen wurde. Spätere Recherchen benannten das Jahr 1958 als Gründungsjahr, das dann als „formeller“ Beginn der „Alten Herren“ im Verein festgehalten und als Basis für spätere AH-Feierlichkeiten herangezogen wurde. Einigkeit besteht jedoch darüber, wer als Gründungsmitglieder genannt werden können:

Werner Zweinert, Wolfgang Hesse, Hugo Mayer, Adi Hofem, Pankraz Imhof und Hans Braum.

AH-Mannschaft beim Spiel gegen 1. FC Kaiserslautern (1964)

Nach der formellen Genehmigung der Abteilung „Alte Herren“ und nach Bereitstellung eines Trikot-Satzes konnte es losgehen. Aus Unterlagen ist zu entnehmen, dass das 1. Spiel gegen Mombach 03 stattfand – selbstverständlich mit einem 4:1-Erfolg. Es gebührt sicherlich Respekt, wenn man neben den o.g. Gründungsmitgliedern weitere erste Kämpen der „Alten Herren“ namentlich benennt, die in den 60er Jahren den Stamm der AH-Mannschaft  bildeten und die noch heute im Vereinsleben des SV Gonsenheim keine Unbekannten sind:

Fritz Altenkirch, Josef „Bobbes“ Becker, Philipp „Spinat“ Becker, Reinhold „Zippes“ Becker, Josef Bopp, Ludwig Christ, Reinhold Freber, Adi Hofem, Werner Hofmeier, Albert Hoppe, Walter Kneib, Richard Mechler, Karl Rothgerber, Ludwig Schäfer, Günter Volksheimer,

um nur einige zu nennen und immer wird in den Festschriften ein Spiel der „Alten Herren“ gegen eine Traditionsmannschaft des 1. FC Kaiserslautern in den 60er Jahren Erwähnung finden, das vor 2000 Zuschauern (!!) auf dem Sportplatz an der Kapellenstraße stattfand. Die zweite Ära In den siebziger Jahren fand dann ein erster Generationswechsel statt.

AH-Mannschaft 1969 im Jubiläumsjahr „50 Jahre SV Gonsenheim"

oben von links: Oehl, Mechler, Hofmeier, H. Mayer, Volksheimer, L. Schäfer, Rothgerber
unten von links: R. Becker, Sohler, P. Becker, Kneib, Roth, Schunk, J. Becker, Kaus, Veit

Nach Auflösung der seinerzeitigen 1b-Mannschaft drängten jüngere Spieler nach. Erst unter Führung von Bert Roth, dann viele Jahre unter Klaus Wolf etablierte sich eine hervorragende AH-Mannschaft, die ihre Spiele sehr gerne auch im Rheingau durchführte. Auch Richard Röhrig machte sich seinerzeit um die AH-Herren verdient.

AH-Mannschaft 1971

oben von links: Kneib, Mechler, Butterweck, Wolf, Henn, H. Mayer
unten von links: Leistler, Hofmeier, Roth, Volksheimer, R. Becker

Wenn man heute ein Spiel der aktuellen ersten Mannschaft besucht, trifft man eine Vielzahl der damaligen „Alten Herren“ auf dem Sportplatz des SV 1919 – heute alle Ehrenmitglieder im Verein. Sie berichten von „Fußballverrückten“, die in der von Februar bis November stattfindenden Saison 30 bis 35 Spiele absolvierten. Spielen durften oft auch diejenigen, die zuerst ein Trikot in der Hand hatten. Mannschaftsaufstellungen durch Trainer oder Betreuer kannte man in der heutigen Form nicht immer.

AH-Mannschaft 1972

Stehend von links: Bopp, Mechler, Hänsch, Leistler, Hofmeier, Kneib, Schunk, Roth, Wolf, Specht, Henn, H. Mayer
Unten von links: Volksheimer, Liebeck, R. Becker

Im Jahre 1980 wird auch erstmals ein Turnier für „Alte-Herren“-Mannschaften ausgerichtet, das bis in das neue Jahrtausend fester Bestandteil der Abteilung bleiben wird. Als Highlight aus dieser Epoche der „Alten Herren“ spricht man gerne davon, dass die Mannschaft zwei Jahre ungeschlagen geblieben ist und von einem Freundschaftsspiel gegen eine Mainzer Stadtauswahl im Jahre 1979 anlässlich der 60-Jahr-Feier des Vereins. In dieser Zeit verbrachte eine Vielzahl von bekannten Spielern des SV Gonsenheim ihre Freizeit bei den „Alten Herren“. Auch an dieser Stelle sollen exemplarisch einige genannt werden.

AH-Mannschaft 1979 im Jubiläumsjahr „60 Jahre SV Gonsenheim“
Spiel gegen eine Prominentenmannschaft

Stehend von links: Sohler, Best, Mahlmeister, Hänsch, Henn, Wolf, Rosenbaum, Dannenberg, Planitzer, Zacharias, Liebrich, Volksheimer, Sauer, Herdt, Basler
Kniend von links: Bott, Hammann, Leistler, Münz, Röhrig, Hensel, K. Schmidt, Krimmel, Müller, Klinkhammer, Schell

Neben den bereits erwähnten Klaus Wolf, Bert Roth und Richard Röhrig ergänzten u. a. Franz Best, Eugen Bopp, Klaus Bott, Arno Butterweck, Dieter Dannenberg, Dieter Leistler, Peter Hänsch, Horst Hensel, Norbert Liebeck, Reinhard Mahlmeister, Manfred Münz, Heinz Schunk, Manfred Sohler, Artur Specht den Stamm der AH-Mannschaft. Diese Spieler liebten ihren SVG und ihre AH – viele der o. g. „Alten Herren“ traten auch noch in den 90er Jahren gegen den Ball.

AH-Mannschaft in den 90er Jahren

Obere Reihe von links: Röhrig, Schättler, Franz, Best, Bott, Sans, Datz
Mittlere Reihe von links: Höfner, Strohmeier, Mahlmeister, M. Becker, Bäthies, Müller, Schäfer, J. Mayer
Untere Reihe von links: Volksheimer, Mechler, Devant, Neuhaus, Abstein, Heinrichs, Stahl, Haupt, Specht, Sohler

Die „Zippes“ Brüder

Irgendwann in dieser Zeit entschlossen sich einige „Alte Herren“, die nun endgültig ihre aktive Zeit als Fußballer aufgeben mussten, die Geselligkeit und ihre Kameradschaft abseits des Fußballplatzes weiter zu pflegen. Beginnend mit monatlichen Treffen bei der „Sauer Else“, zu Beginn organisiert vom legendären „Schatze Paul“, hat sich eine besondere Tradition beim SV Gonsenheim etabliert. Alte-Herren-Spieler, die nicht mehr selbst gegen den Ball treten können (oder wollen), werden bis heute gerne in den Kreis aufgenommen.

Mittlerweile mit einem hohen Anteil an Vereins-Ehrenmitgliedern – hat sich nach dem Ältesten in diesem Kreis, Reinhold „Zippes“ Becker, benannt und ist zu einem historischen Bestandteil der AH-Abteilung und des Vereins geworden. Diese Tradition wurde bis zum heutigen Zeitpunkt mit weiterhin monatlichen Treffen beibehalten, bei denen eine „20-Mann-Stärke“ nicht unüblich ist und die heute unter Leitung von Klaus Wolf und Bert Roth steht. Viele Mitglieder dieser Gruppe sind nach wie vor interessierte Besucher von Spielen unserer aktiven Mannschaft.

Die Kameradschaft

In dieser Zeit stand die AH-Abteilung in voller Blüte. Der SV Gonsenheim verfügte über zwei AH-Mannschaften.

Bedingt durch die erneute Auflösung einer 1b-Mannschaft bestand ein umfassendes Kontingent an AH-Spielern, von denen die meisten auch beim SVG aktiv gespielt hatten. Als Folge daraus wurde Mitte der achtziger Jahre eine zweite AH-Mannschaft gegründet. Als erster Leiter der „AH 2“ fungierte Walter „Radebub“ Becker.

Man berichtet heute davon, dass seinerzeit ein echter Konkurrenzkampf zwischen beiden AH-Mannschaften bestand und dass kein Spiel gegeneinander ausgetragen wurde. Fast zwei Jahrzehnte lang konnten die beiden Mannschaften ihren jeweiligen Spielbetrieb aufrechterhalten. Und weiterhin wurden – jetzt zwei – schlagkräftige Mannschaften von ehemaligen aktiven Spielern aufgeboten, die im Kreise Mainz unverändert anerkannt und erfolgreich waren. Für die AH1 fand in diesen Jahren ein nächster Generationswechsel statt.

Die späten 80er und die 90er Jahre:

AH-Mannschaft 1994 gegen eine Mainzer Kreisauswahl

von links:
Imhof, Rothgerber, Finck, Wolf, Hofem, E. Schäfer, Altenkirch, L. Schäfer, J. Becker, Kaus, Mayer, R. Becker

In dieser Zeit stand die AH-Abteilung in voller Blüte. Der SV Gonsenheim verfügte über zwei AH-Mannschaften.

Bedingt durch die erneute Auflösung einer 1b-Mannschaft bestand ein umfassendes Kontingent an AH-Spielern, von denen die meisten auch beim SVG aktiv gespielt hatten. Als Folge daraus wurde Mitte der achtziger Jahre eine zweite AH-Mannschaft gegründet. Als erster Leiter der „AH 2“ fungierte Walter „Radebub“ Becker.

Man berichtet heute davon, dass seinerzeit ein echter Konkurrenzkampf zwischen beiden AH-Mannschaften bestand und dass kein Spiel gegeneinander ausgetragen wurde. Fast zwei Jahrzehnte lang konnten die beiden Mannschaften ihren jeweiligen Spielbetrieb aufrechterhalten. Und weiterhin wurden – jetzt zwei – schlagkräftige Mannschaften von ehemaligen aktiven Spielern aufgeboten, die im Kreise Mainz unverändert anerkannt und erfolgreich waren. Für die AH1 fand in diesen Jahren ein nächster Generationswechsel statt.

Die beiden ehemaligen 1. Mannschaft-Spieler Peter Bäthies und Joachim Mayer übernahmen die Zuständigkeiten für den Spielbetrieb, die beide später über ein Jahrzehnt lang gemeinsam den Verein als Vorsitzende führten.

Es waren u. a. die Spieler Norbert Abstein, Manfred Becker, Stefan Bott, Stephan Datz, Knut Engemann, Günther Heinrichs, Adam Haupt, Albert Hoppe, Herbert Klein, Jürgen Neuhaus, Hans Walter Sans, Freddy Schäfer, Harald Strohmeier, die mit den o. g. Zuständigen die AH in dieser Zeit prägten. Um die AH 2 machten sich in dieser Zeit Spieler wie Lutz Becker, Klaus Bloos, Christoph Datz, Volker Höfner, Harald Petersilge sowie Joachim und Norbert Stauder verdient. Bemerkenswert für diese Zeit war u. a., dass nun Söhne von AH-Spielern aus den ersten Jahren in der neuen AH-Generation mitwirkten, wie z. B. Frank und Stefan Bott, Joachim Mayer, Albert Hoppe jun. oder Freddy Schäfer – als ein sichtbares Zeichen für den Fortbestand der Abteilung.

Aus dieser Zeit sind Zeitzeugen weiterhin in Erinnerung geblieben, dass die damalige Leitung der „Alten Herren“ die „Zippes“- Brüder mit den aktiven AH-Mannschaften integrieren konnte und gemeinsame Weihnachtsfeiern durchgeführt wurden.

1998 – unvergessliche 40-Jahr-Feier der „Alten Herren“

AH Mannschaft 2006

Stehend von links: Klinkhammer, Munja, Kern, Mölich, Grabowski, Schwalger, Diehl, F. Dittmar, L. Becker
Sitzend von links: Rathgeber, Ott, Laier, A. Dittmar, Engemann, Schlottke, Stauder

Ob stimmungsvolles Festprogramm oder der bis heute unvergesslich gebliebene Witzeerzähler Karl Rothgerber – die 40-Jahr-Feier am 12. 9. 1998 ist und bleibt ein Höhepunkt der AH-Abteilung. Heinz Hildenbrand führte durch ein von Joachim Mayer erstelltes buntes Programm, bei dem das Publikum am Ende auf den Stühlen tanzte. In einer Fotoausstellung in den Räumen der VR-Bank wurde der Gonsenheimer Bevölkerung ein Ausschnitt der bis dahin 40-jährigen AH-Geschichte angeboten.

Das neue Jahrtausend

Alte Herren im Jubiläumsjahr

Hintere Reihe von links: Petersilge, Kleinhenz, Schwalger, F. Dittmar
Mittlere Reihe von links: Philippi, Heinrich, Müller, Datz, Roth
Vordere Reihe von links: M. Schmitt, Balbach, A. Becker, D. Schmitt, König, Klinkhammer

Zu Beginn des neuen Jahrtausends ergab sich die wohl schwierigste Zeit der AH-Abteilung. Nicht mehr sportlicher Erfolg oder Geselligkeit als Hauptmerkmal, sondern die Frage nach einer Auflösung der Abteilung wurde akut. In einem ersten Schritt wurde beiden AH-Mannschaften zusammengeführt. Wohl dank der damals zuständigen Roman Heinrich, Lutz Becker und Wolfgang Beul ist die Abteilung weiterhin Bestandteil unseres Vereines. Zu Beginn des neuen Jahrtausends lag die Verantwortung neben den genannten u. a. bei Lothar Schättler, Frank Dittmar, Michael Diehl, Michael Klinkhammer und Thomas Rathgeber. Sie hatten im Vergleich zu früheren Jahren sicherlich keine leichte Aufgabe, denn die „Selbstverständlichkeit“ des samstäglichen Kräftemessens mit anderen AH-Mannschaften nahm mehr und mehr ab. Dies auch vor dem Hintergrund, dass immer weniger „Eigengewächse“ aus dem SVG selbst zur Verfügung standen. Dennoch ist es gelungen, die Tradition der „Alte Herren“ aufrecht zu erhalten – als Grundlage, dass die Abteilung „Alte Herren“ auch im Jubiläumsjahr 2019 weiterhin Bestand hat.

Die AH-Abteilung

„Zippes Brüder“ im Jahr 2016 in Nackenheim

Heute Im Jahr 2009 haben Erik Petersilge und Michael Datz die AH-Leitung von Wolfgang Beul und Frank Dittmar übernommen. Unter der vorherigen Führung zeichnete sich schon ein Mangel an Nachwuchs für die AH ab. Bedingt durch die hohe Spielklasse der ersten Mannschaft und den Wegfall der 1b-Mannschaft fanden immer weniger bis keine Spieler den Weg in die AH. Dadurch nahm das Durchschnittsalter deutlich zu, so dass immer weniger Spiele ausgetragen werden konnten, da mit dem Alter auch die Wehwehchen zunahmen. Trotz allem besteht eine hohe Trainingsbeteiligung und ein guter Zusammenhalt bei den aktuellen „Alten Herren“, was sich besonders bei Veranstaltungen und Feierlichkeiten zeigt. Seit 2013 besucht die Mannschaft regelmäßig ein großes internationales Turnier des SC Unterbach bei Düsseldorf, weil die dortigen „Alten Esel“ ein tolles Turnier ausrichten. Oder durch eine Fahrt in den Odenwald zum Schmuckerfest mit einem Spiel gegen den dortigen Ortsverein.

Seit einiger Zeit finden wieder junge Spieler den Weg zu den AH, wodurch für 2019 ein geregelter  Kleinfeldspielbetrieb unterhalten werden kann. Durch diese Entwicklung und der Erneuerung des Kleinspielfeldes konnte mittlerweile ein zweiter Trainingstag eingerichtet werden. Somit muss man um den Fortbestand der AH-Abteilung des SVG aktuell nicht bange sein.

2008 – 50-Jahr-Feier

„Zippes Brüder“ in Höhr-Grenzhausen 2015

In diese schwierige Zeit fiel das nächste Jubiläum der AH-Abteilung, die 50-Jahr-Feier. Unter Leitung von Wolfgang Beul und Frank Dittmar sowie des Einsatzes von Joachim Mayer gelang es, diesen Anlass ebenfalls in einem würdigen Rahmen zu feiern. Unter der Moderation von Hans Walter Sans wurde ein Festprogramm aus Tanz, Gesang und Zauberei geboten – die letzten Besucher sollen den Saal erst am frühen Morgen verlassen haben.

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